Elektroautos verwandeln blühende Landschaften in Steinwüsten

Eigentlich mag ich die Artikel der „Zeit“ ja ganz gerne – umfangreich, sauber recherchiert und sachlich. Ein Beitrag der „Zeit“ vom 10. Januar 2019, angeteasert auf Facebook, läßt mich dann doch etwas zweifeln.

Hier der Link zum Originalposting.

Teaser zu einem Facebook Artikel der „Zeit“

Schon im Teasertext findet sich der erste Fehler: Für keinen Elektromotor der Welt benötigt man Lithium. Zu 2/3 wird Lithium für Glas, Keramik, Schmiermittel, Kunststoffe und andere Produkten verarbeitet. Zu 1/3 wird es in Batterien und Akkus verwendet. In allen möglichen Akkus. Nicht nur in Akkus von Elektrofahrzeugen.

Verwendung von Lithium (Quelle: wikipedia, Artikel „Lithium“)

Und das Bild im Teaser zeigt nicht, wie vielleicht suggeriert werden soll, die Atacama-Wüste in Chile vor dem Lithiumabbau. Sondern, wie man im Beitrag erfährt, „Wälder am Fluss Simojoki in Nordfinnland“. WTF? Wo ist der Zusammenhang? Was soll das?

Der Artikel selbst liegt hinter einer Bezahlschranke und sagt inhaltlich vielleicht was ganz anderes und ist sogar zutreffend. Ich habe die Bezahlschranke nicht geöffnet, wie wahrscheinlich ein Großteil der User auch.

Was in der Masse hängen bleibt, ist, dass durch Elektroautos blühende Landschaften in Wüsten verwandelt werden. Das Beitragsbild in diesem Beitrag zeigt übrigens die Atacama-Wüste in Chile (Quelle: wikipedia)

Ich will die Folgen des Lithiumabbaus nicht verharmlosen. Und in Zukunft wird sicherlich auch deutlich mehr Lithium für Batterien – insbesondere für Elektroautos – benötigt und gefördert. Hier muss man ganz genau hinschauen, wie die Rohstoffgewinnung abläuft um nicht die Fehler der Rohölförderung zu wiederholen. Eine derart gestaltete Hetze ist aber einer Zeitung wie der „Zeit“ nicht würdig und stark tendenziös.

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